Thu, 01 Oct 2026 10:41:00 +0200

Du bist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wenn...

Ohne die Angabe eines Datums kann ein Dokument zum Beispiel durch das Erkennen des Schrifttyps zeitlich eingeordnet werden, da sich das manuelle Schreiben im Laufe der Zeit verändert hat. Im EAF begegnen einem u. a. die Kurrentschrift, die seit dem 16. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts angewendet wurde oder die daraus entstandene Sütterlinschrift aus dem 20. Jahrhundert. Für Unkundige der Schriften-Typologie besteht eine weitere Möglichkeit der zeitlichen Einordnung durch eine genauere Betrachtung von ausgewählten Begriffen, da durch die permanente Veränderung der Sprache manche Wörter und Formulierungen für Gegenstände, Sachen, Vorgänge oder Tätigkeiten zeittypisch sind. Die Voraussetzung dafür ist, dass das Dokument, unabhängig von der Identifizierung des Schrifttyps, gelesen und der Inhalt verstanden werden kann.

Fri, 25 Sep 2026 08:12:00 +0200

Erzbischof Bernhard Boll und sein Maler

Im ehemaligen Erzbischöflichen Palais (Münsterplatz 10), in dem seit 1997 die Domsingschule untergebracht ist, hängen im sogenannten Bischofssaal drei Porträts. Zwei großformatige Gemälde der Erzbischöfe Bernhard Boll (Amtszeit 1827 – 1836) und Thomas Nörber (1898 – 1920) in vollem Ornat, sowie ein Brustbild von Hermann v. Vicari (1843 – 1868). Sie zu erkennen ist nicht schwer, aber die Maler zu identifizieren ist nicht ganz so einfach.

Fri, 18 Sep 2026 18:18:00 +0200

Reihe: Was steht so in...

Die kurze Antwort wäre: alles Mögliche zum Bau der betreffenden Kirche. Zu manchen Gotteshäusern fiel über die Jahrhunderte so viel Schriftgut an, dass es nicht eine Bauakte, sondern gleich mehrere Faszikel gibt. Man kann sich vorstellen, dass beispielsweise am Freiburger Münster einige Arbeiten zu verrichten waren. Andere Bauakten kombinieren wiederum die Dokumente zur Kirche noch mit denen zum Pfarrhaus, der Pfarrscheuer, einem Brunnen auf dem Kirchplatz oder einer Kapelle, wodurch die einzelnen Faszikel sehr umfangreich werden können. 

Fri, 11 Sep 2026 11:07:00 +0200

Archive mysteries: Deckenmalerei gesucht

In unserer Reihe der „Archive Mysteries“ stellen wir Objekte, Bilder oder Archivalien vor, über deren Kontext wir nur sehr wenig wissen. Wir hoffen auf das Wissen unserer Nutzerinnen und Nutzer sowie ihre Freude am Rätseln. Diesmal geht es um eine Deckenmalerei. 

Fri, 04 Sep 2026 11:38:00 +0200

Pfarrarchivpflege will gelernt sein

Die Württembergische Archivdirektion bot in den 1950ern mehrwöchige Kurse zur kirchlichen Pfarrarchivpflege an. Daran beteiligten sich auch Teilnehmer aus der Erzdiözese Freiburg. Sie lernten ganz praktisch, die Registratur zu ordnen und nach einer vorgegebenen Struktur zu führen, Archivalien zu verzeichnen sowie ein Findbuch zu erstellen. Theorie durfte nicht fehlen, denn eine Herausforderung bestand darin, die Registratur und das Archiv voneinander zu trennen, aber auch die Besonderheiten der kirchlichen Verwaltung kennenzulernen. Mit den Dekanatsbeauftragen für kirchliche Archivpflege definierte die Diözese Freiburg zudem einen Aufgabenbereich, damit das Thema und das erworbene Wissen darüber auch in die Fläche getragen werden konnte. War das ein Erfolgsrezept?

Thu, 20 Aug 2026 10:27:00 +0200

Von Rom über St. Gallen auf die Baar

In den Urkundenbeständen des Erzbischöflichen Archivs Freiburg befinden sich eine Vielzahl von Ablässen aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Einer von ihnen, der für die Pfarrei Löffingen bestimmt war, soll im folgenden Beitrag näher vorgestellt werden (Anm. 1).  Es handelt sich dabei um eine sogenannte Kardinalsammelindulgenz, also eine Ablassurkunde, die von mehreren Kardinälen ausgestellt und besiegelt wurde. Erwirkt wurde sie 1483 von dem damaligen Löffinger Pfarrer Johannes Bischoff. 

Fri, 14 Aug 2026 15:45:00 +0200

Pfarrarchivpflege will gelernt sein

Pfarrarchive sind nicht die großen Diözesan- oder Bistumsarchive in ihren mitunter repräsentativen Gebäuden, sondern einige hunderte Archive und Bestände, die vielfältiger nicht sein könnten. Von der Überlieferung und dem Umfang, über den Erhaltungszustand, Nutzungsmöglichkeiten und bis hin zur Lagerung ergibt sich ein buntes Bild - manchmal zum Leidwesen derer, die sich darum kümmern (wollen). Dass nicht jede und jeder sich ihrer 'mal eben' annehmen kann, wird spätestens dann klar, wenn es konkret wird, denn Pfarrarchivpflege ist keine Standardaufgabe.

Fri, 24 Jul 2026 11:09:00 +0200

"Glasfenster" aus dem Überlinger Münster

Sei es eine Tafel Schokolade mit Verpackung oder ein Archivkarton mit Akten: generell wird erwartet, dass Beschriftung und Inhalt (mit den eigenen Vorstellungen) übereinstimmen. Dass dem nicht unbedingt so ist, zeigte sich bei der Digitalisierung der Fotoplatten aus dem Münster St. Nikolaus in Überlingen. 

Thu, 09 Jul 2026 08:14:00 +0200

"Thätliche Beleidigung" und "Satisfaktion"

In vielen großen, stark frequentierten Kirchen gab und gibt es die Institution des „Kirchenschweizers“. In Freiburg, wo er Münsterschweizer oder aufgrund seiner Arbeitskleidung, einem kardinalsroten Talar mit Birett und einem versilberten Hirtenstab auch einfach „Roter Mann“ oder „Stecklevogt“ genannt wird, hat er heute im Grunde nur noch protokollarische Aufgaben und führt bei Pontifikalämtern oder anderen großen, repräsentativen Gottesdiensten den feierlichen Einzug an, noch vor dem Vortragekreuz. 

Thu, 02 Jul 2026 11:21:00 +0200

Archive mysteries: eine Fotomontage

In unserer Reihe der „Archive Mysteries“ stellen wir Objekte, Bilder oder Archivalien vor, über deren Kontext wir nur sehr wenig wissen. Wir hoffen auf das Wissen unserer Nutzerinnen und Nutzer sowie ihre Freude am Rätseln. Diesmal geht es um eine Fotomontage.

Thu, 25 Jun 2026 15:21:00 +0200

Brände vs. Kirchenbücher

Ob für die Geschichts-, Sozial-, Medizin- oder private Ahnenforschung (um nur eine kleine Auswahl zu nennen) – Kirchenbücher bieten wertvolle Informationen für viele Fragestellungen und Fachdisziplinen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie die Jahrhunderte nicht überstanden haben. Einige Bücher fielen wider aller Erwartungen in Privatbesitz und gelten faktisch als verschollen. Andere wiederum wurden durch Brände in den Kirchengemeinden so stark beschädigt oder zerstört, dass sie ebenfalls nicht mehr für eine Nutzung in Frage kommen. 

Thu, 18 Jun 2026 10:05:00 +0200

Provinzkonferenz 2026

Die Archivmitarbeitenden der Oberrheinischen Kirchenprovinz treffen sich einmal im Jahr zu einem zweitägigen Austausch. Aus dem Diözesanarchiv Rottenburg (DAR), dem Dom- und Diözesanarchiv Mainz (DDAMZ) und dem Erzbischöflichen Archiv Freiburg (EAF) kamen am 10. und 11. Juni 28 Archivarinnen und Archivare in Rottenburg zusammen. Außerdem durften wir zwei Gäste in unserer Runde begrüßen und ihre Erfahrungen sowie Perspektiven zu unseren diesjährigen Schwerpunktthemen einholen.

Thu, 11 Jun 2026 13:46:00 +0200

Das Gesicht hinter dem Namen: Sterbekarten

Das nachfolgend thematisierte Medium ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt: Sterbekarten oder -bilder, auch Toten- oder Trauerzettel, um eine Auswahl zu nennen, wurden zur Erinnerung an die Verstorbenen erstellt und unter anderem bei der Bestattung an die Trauergäste verteilt. Im 19. Jahrhundert waren Sterbekarten ein etablierter Bestandteil des Totengedenkens, dessen Anfänge sich in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen lassen.

Wed, 27 May 2026 10:13:00 +0200

Ein kleiner Rückblick in die eigene Vergangenheit

Wenn man eine Auswahl über die besonders repräsentativen, kuriosen, bedeutsamen oder optisch beeindruckenden Archivstücke im eigenen Haus treffen müsste, welche würden es dann auf die Liste schaffen? Diese Frage stellten sich in der Vergangenheit wohl schon einmal Archivare im Erzbischöflichen Archiv Freiburg, denn es gibt mehr als eine Zusammenstellung sogenannter Memorabilia. 

Mon, 18 May 2026 12:24:00 +0200

Mit (und in) der Kirche ist zu rechnen

Alte Archivhasen (w, m, d) mit jahrzehntelanger Berufserfahrung kann so schnell nichts mehr überraschen, sollte man meinen. Doch selbst solche Fachleute müssen jederzeit damit rechnen, nicht unbedingt zu erwartende und daher interessante Funde zu machen. Beispielsweise zum Thema Rechnen, wie die Abbildung zeigt. Es handelt sich um einen kleinen Ausschnitt aus einem neun Seiten umfassenden Schriftstück, das sich in einer Akte mit dem Titel „Ablösung des Bauaufwandes, der Kompetenzen und der Bedürfnisse für Kirchen, Pfarreien, Kaplaneien, Meßner, Glöckner und Organistendienste“ findet, die unter der Rubrik bzw. Aktenplangruppe „Kirchenbaulichkeit“ im Bestand B 21 (Finanzkammer – Generalia) des EAF verwahrt wird. 

Thu, 07 May 2026 15:27:00 +0200

Einblick in die Archivwissenschaft: Records Continuum Model (RCM)

Ein Blick über den eigenen Tellerrand regt zum Entdecken und Nachdenken an. Es soll auch im Arbeitskontext schon mal vorgekommen sein, dass man neu erworbenes Wissen gewinnbringend einsetzen konnte. Falls es sich für die eigene Tätigkeit doch als unbrauchbar herausstellt, kann man sich zumindest über die schöne Gewissheit freuen, dass man vorher schon alles richtig gemacht hat. In diesem Beitrag soll es um ein theoretisches Modell gehen: das Records Continuum Model (RCM). 

Thu, 02 Apr 2026 13:31:00 +0200

Speykästchen und Spagatkapseln

Nachdem Papst Pius VII. mit der Bulle „Provida solersque“ vom 16. August 1821 die Oberrheinische Kirchenprovinz und zugleich die Erzdiözese Freiburg kirchenrechtlich errichtet hatte, dauerte es noch mehr als sechs Jahre, bis sie tatsächlich den Betrieb aufnehmen konnte. Hauptgrund für die Verzögerung war die Personalgewinnung, wobei es sich insbesondere bei der Besetzung des Bischofsstuhls um eine hochpolitische und entsprechend komplizierte Angelegenheit handelte. Erst am Sonntag, dem 21. Oktober 1827 war die Weihe und Amtseinführung des ersten Freiburger Erzbischofs, Bernhard Boll, und gleich am Folgetag sollte die zentrale Verwaltung mit der Arbeit beginnen.

Wed, 25 Mar 2026 17:14:00 +0100

Archive mysteries: ein dekorativer Innenraum

In unserer Reihe der „Archive Mysteries“ stellen wir Objekte, Bilder oder Archivalien vor, über deren Kontext wir nur sehr wenig wissen. Wir hoffen auf das Wissen unserer Nutzerinnen und Nutzer sowie ihre Freude am Rätseln. Diesmal geht es um den dekorativen Innenraum einer Kirche.

Wed, 18 Mar 2026 14:23:00 +0100

Kurz und knapp: Post- bzw. Korrespondenzkarten

Mit „Postkarten“ verbinden die Meisten wohl fröhliche Grüße aus dem Urlaub an Freunde und Familie zu Hause. Während die Grüße, aufgrund des gängigen Formats von 105x148cm, durch meist straff gehaltene Erlebnisse auf der einen Seite der Postkarte ergänzt werden, ziert die andere Seite der Postkarte üblicherweise ein ansprechendes Bild des Urlaubsortes zur Unterstreichung der guten Stimmung.

Thu, 12 Mar 2026 11:34:00 +0100

Bemerkenswerte Handschriften und was man dagegen tun kann

Früher erhielt man bei Arztbesuchen ein handgeschriebenes Rezept, mit dem man in die Apotheke ging. Aus Neugierde hat man einen Blick darauf geworden und schnell festgestellt, dass man da nur Linien oder Krakel sieht. Man wunderte sich, wie jemand so schreiben kann und wie es dem Apotheker oder der Apothekerin überhaupt gelingen konnte, das Medikament zu ermitteln – aber es funktionierte wie auf magische Weise. So ein ähnliches Erlebnis hat man gelegentlich in einem Archiv und idealerweise ist man selbst diejenige Person, für die andere Handschriften kein unüberwindbares Hindernis darstellen. Allerdings: ein paar Individuen verstanden es, die Dechiffrierungsaufgabe zu einer besonderen Herausforderung zu machen.